Die Digitalisierung und IoT-Geräte erfordern immer effizientere und platzsparendere Lösungen für die weltweite Vernetzung. Die iSIM (integrated SIM) ist eine Innovation, die die eSIM (embedded SIM) konsequent weiterentwickelt. Die Technologie bietet bemerkenswerte Vorteile im geschäftlichen Alltag: Sie spart Platz, reduziert die Komplexität von IoT-Geräten und ist energieeffizient.
Was ist die iSIM?
Die iSIM („Integrated Subscriber Identity Module“) ist eine Weiterentwicklung der SIM-Technologie, die Geräten wie Smartphones, Tablets und IoT-Geräten die Verbindung mit Mobilfunknetzen ermöglicht. Diese integrierte SIM gilt als nächster wichtiger Schritt nach der klassischen SIM-Karte sowie der modernen eSIM. IT-Experten sprechen auch von einer iUICC (integrated Universal Integrated Circuit Card).
Die iSIM treibt die Miniaturisierung voran. Statt einer separaten Komponente ist das für die Datenverbindung essenzielle Modul direkt in das SoC (System on a Chip) integriert. Diese Bauweise benötigt weniger Raum innerhalb des Geräts. Bisher kommt die Technologie maßgeblich in industriellen IoT-Geräten zum Einsatz.
So unterscheidet sich iSIM von eSIM und SIM-Karten
Den Unterschied zwischen SIM-Karte, eSIM und iSIM erklärte Steffen Steinmeier 2023 in unserem Interview. Er ist Director –Head of EMEA IoT and Automotive Sales bei Giesecke+Devrient, Technologiepartner von O2 Telefónica.
„Bisher waren vor allem die SIM-Karten in den verschiedenen Größen bekannt, die als Chip beispielsweise in Smartphones gesteckt werden. Die embedded SIM, kurz eSIM, ist als Chip fest im Gerät verlötet. Mit der iSIM löst sich die separate Komponente der SIM-Karte auf und wird vollständig in den Baseband-Chip des Modems integriert, welches für die Datenkommunikation sorgt.“
Höhere Sicherheit und geringere Komplexität
Die technische Basis dafür bildet ein dedizierter Sicherheitsbereich innerhalb des Prozessors, das sogenannte Tamper Resistant Element (TRE). Dieser Bereich übernimmt alle Aufgaben, die sonst der Chip der SIM-Karte innehat. Er speichert die notwendigen Identitätsdaten und sorgt für die Authentifizierung im Mobilfunknetz.
Da die Funktionalität in den Chip wandert, sinkt die Komplexität des Hardwaredesigns– ein Vorteil in der Geräteherstellung und der Administration.
Dies bekräftigte auch Steffen Steinmeier
„Die iSIM reduziert die Komplexität von Mobilfunkkomponenten, die beispielsweise in IoT-Geräten verbaut werden. Das macht es zum einen Geräteherstellern einfacher, ihre IoT-Anwendung zu entwickeln – sie brauchen sich nicht um Platz und Integration der SIM-Funktionalität in ihre Leiterbahnen zu kümmern.“
Vor- und Nachteile der iSIM
Die Nutzung der iSIM bietet für Unternehmen vielfältige Vorteile, bringt jedoch auch ein paar Herausforderungen mit sich. Wir haben einige wichtige Punkte nachfolgend zusammengefasst:
Vorteile der iSIM
- Minimaler Platzbedarf: Im Vergleich zur klassischen SIM-Karte und eSIM benötigt die integrierte SIM weniger Platz. Damit werden kompaktere Bauformen für z. B. IoT-Sensoren und Kleinstgeräte möglich.
- Erhöhte Sicherheit: Im Vergleich zur SIM-Karte und eSIM ist die iSIM besser vor physischer Manipulation geschützt, da sie sich direkt im TRE-Element des SoC befindet.
- Geringerer Energiebedarf: Die iSIM benötigt aufgrund ihrer Bauweise insgesamt weniger Energie als klassische SIMs. Das macht sich in längeren Laufzeit von IoT-Geräten bemerkbar.
- Gesteigerte Robustheit: Ohne SIM-Kartenslot lassen sich Geräte besser gegen Wasser und Staub abdichten. Zudem entfallen mechanische Verschleißteile.
- Sinkende Produktionskosten: Auch wenn die Integration der iSIM in den Chip aufwendiger ist, sparen Hersteller die nicht benötigten Bauteile ein und können Produktionskosten senken.
Herausforderungen der iSIM
Die Integration der iSIM in SoCs ist für die Halbleiterindustrie aufwendiger und komplexer. Gleichzeitig benötigen Gerätehersteller keine zusätzlichen Komponenten für die Mobilfunkkonnektivität und können Geräte einfacher designen.
Daher gilt die iSIM zwar als nächster Schritt in der Nutzung von Mobilfunknetzen, ist allerdings noch nicht flächendeckend verbreitet. Smartphones und viele IoT-Geräte setzen aktuell noch auf die eSIM.
Manche Hersteller (z. B. Qualcomm) produzieren bereits iSIM-zertifizierte Chips, nutzen diese aber noch nicht aktiv.
Folgende Einschätzung gab Steffen Steinmeier hierzu in unserem Interview:
„Die Vorteile interessieren viele Unternehmen. Die ersten Einsätze in der Praxis laufen. Wir sind davon überzeugt, dass die iSIM ihre Vorteile in vielen Funktionen ausspielen und deshalb zum Einsatz kommen wird.“
Anwendungsgebiete von iSIMs
Einsatzmöglichkeiten kann es für die iSIM in allen Bereichen des mobilfunkbasierten IoT geben. Vor allem im Unternehmensumfeld existieren Anwendungsgebiete für die platzsparende und effiziente Lösung. Steffen Steinmeier zufolge kann die iSIM ihre Stärken überall ausspielen, wo es auf eine geringe Größe und lange Laufzeit ankommt. Denkbare Beispiele sind:
- Logistik und Asset-Tracking: Bei der Warenverfolgung (Track & Trace) in Echtzeit ermöglicht die iSIM besonders kleine, autarke Tracker, die Informationen zum Standort- und Zustand über lange Zeiträume übermitteln können.
- Parkplatzsensoren: Die Energieeffizienz der iSIM erleichtert den langfristigen Betrieb und reduziert Wartungsarbeiten.
- Smart Buildings: Intelligente Gebäude mit flächendeckender Vernetzung und Sensoren zur Überwachung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Gebäudezugängen in großer Zahl profitieren von der iSIM.
- Kleine IoT-Geräte, Wearables: Geräte mit begrenztem Platz können von der Verkleinerung und dem geringeren Stromverbrauch profitieren.
iSIM im Überblick
- Die besonders kompakte iSIM ist eine Weiterentwicklung der klassischen SIM-Karte und der nächste Schritt nach der eSIM.
- Die Integration der SIM-Funktion in den Hauptprozessor des Endgeräts sorgt für hohe Sicherheit vor Manipulation.
- Die signifikante Reduktion des Platzbedarfs und Energieverbrauchs im Vergleich zur eSIM eröffnet neue Möglichkeiten für Hersteller und Unternehmen.
- Die iSIM eigent sich für Geräte aus dem Mobilfunkbereich, kompakte IoT-Geräte, Smart Buildings und anspruchsvolle Industrieanwendungen.
Quelle:
https://www.o2business.de/magazin/isim/