Koaxialkabel (kurz: Koaxkabel) sind in Deutschland vor allem als Antennenkabel für den Radio- und Fernsehempfang bekannt. Anfangs verbanden sie nur die Hausantenne auf dem Dach über eine Antennendose in der Wand mit Fernseher und Radio, später dienten Koaxialkabel auch für das Kabelfernsehen.
Ein weiteres Einsatzgebiet für Koaxialkabel ist das Satellitenfernsehen. Hier kommen allerdings andere Steckertypen mit einer Schraubverbindung zum Einsatz. Sogenannte Sat-Koaxialkabel sind meist technisch hochwertiger (bessere Schirmung, teilweise geringere Dämpfung) als klassische Antennenkabel.
Übrigens: Auch die Cinch-Kabel im Audiobereich sowie die YUV-Komponentenkabel im Audio-Video-Segment gehören grundsätzlich zu den Koaxialkabeln, wobei auch hier andere Steckertypen verwendet werden und die Abschirmung meist nicht so dick ist.
Das Koaxialkabel: Gut abgeschirmt gegen Störsignale
Der Begriff Koaxialkabel ist also keine Kabelnorm, sondern ein Oberbegriff für alle Kabel in koaxialer Bauart: Hierbei verläuft üblicherweise eine einzelne Kupferader im Inneren des Kabels, der sogenannte Innenleiter. Um diesen herum liegt eine Isolierung (auch als Dielektrikum bezeichnet). Diesen wiederum umschließt ringförmig (koaxial) eine zweite Kupferader. Diese zweite Ader ist der Außenleiter, auch Schirmung genannt. Manchmal wird diese Schirmung durch eine zusätzliche Schirmfolie ergänzt, die vor elektrostatischen Störungen schützt.
Der Außenleiter ist oft ein Drahtgeflecht aus vielen dünnen Adern. So bleibt das gesamte Kabel biegsam. Außen gibt es noch eine Ummantelung aus einem weiteren Nichtleiter (in der Regel ein Kunststoff).
Für eine optimale Signalübertragung ist das Koaxialkabel mehrschichtig aufgebaut. Eine oder zwei Schutzschichten in Form von Außenleiter und Schirmfolie wirken als Barriere für elektrostatische und elektromagnetische Störungen.
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Mit ihrer besonderen Bauart sind Koaxialkabel ideal für die Übertragung hochfrequenter Signale. Je hochfrequenter das Signal, desto empfindlicher ist es für elektromagnetische und elektrostatische Störeinflüsse von außen – und desto leichter kann es selbst andere Kabel und technische Geräte stören.
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Beim Koaxialkabel ist das Magnetfeld des Nutzsignals zwischen Innen- und Außenleiter eingeschlossen. Das Signal kann so auch über weite Strecken störungsfrei transportiert werden.
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Damit ist das Koaxialkabel ein gutes Transportmedium für analoge Bild- und Tonsignale und auch für Internet-Breitbandanschlüsse über
DOCSIS 3.1.
Die dünnere, wesentlich schlechter geschirmte Doppelader klassischer Telefonkabel kommt bei der Breitband-Übertragung für den
DSL-Anschluss schnell an technische Grenzen. Hier ist das Koaxialkabel prinzipbedingt im Vorteil. Bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde im Download sind beim Internet über Koaxialkabel möglich. Mit VDSL über Telefonkabel sind hingegen maximal 250 Megabit pro Sekunde erreichbar.
Die Glasfaser: Bestes Trägermedium für große Datenmengen
Ganz anders als ein Koaxialkabel funktioniert das
Glasfaserkabel. Es überträgt seine Nutzdaten in Form von Lichtwellen. Damit bietet es gegenüber dem Kupferkabel viele Vorteile:
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Lichtwellen in Glasfaserleitern erzeugen keine nennenswerten Magnetfelder. Somit stören sich benachbarte Glasfasern nicht gegenseitig.
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Die Glasfaser hat eine hohe technische Bandbreite: Mittels Lichtwellen transportieren sie sehr viele Datenbits in sehr kurzer Zeit.
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Glasfasern haben eine geringere Signaldämpfung als Kupferkabel. Sie verlieren also weniger Signalstärke über weite Distanzen als Kupferkabel.
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Glasfasern sind robust gegen viele Umwelteinflüsse, beispielsweise gegen eindringende Feuchtigkeit bei Verlegung im Erdreich.
Deshalb werden bereits in vielen Netzen Glasfaserkabel genutzt oder nachträglich verlegt. Auch in Mobilfunknetzen und bei den Internetanschlüssen für Geschäfts- und Privatkund:innen besteht das schnelle Kernnetz heute in der Regel aus Glasfaserkabeln.
So bringen Sie das Glasfasersignal auf Koaxialkabel
Von der Videokonferenz über
Microsoft Teams bis hin zur Arbeit mit
Software-as-a-Service und der unternehmensweiten
Private Cloud: Der Datenverkehr in der Arbeitswelt wächst stetig. Die beste Lösung für die Vernetzung von Bürogebäuden ist daher eine durchgängige Glasfaser-Verkabelung bis an den Schreibtisch (Fiber to the Desk, kurz: FTTD).
Auch mit einem Glasfasernetz bis auf die Büroetage und kupferbasierten Ethernet-Leitungen hin zu den einzelnen Arbeitsplätzen sind Sie gut bedient. Doch nicht überall ist dies möglich.
Für kombinierte Internet-Anschlüsse über Glasfaser sowie über bereits vorhandene Koaxialkabel in Bestandsgebäuden gibt es fertige Lösungen. Einige davon eignen sich auch für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU). Zwei Begriffe werden Ihnen dabei immer wieder begegnen:
G.hn-Technologie
G.hn (Gigabit Home Network, auf Deutsch: Gigabit-Heimnetzwerk), oft auch als HomeGrid bezeichnet, ist ein technischer Standard für die Gebäudevernetzung über verschiedene Trägermedien. G.hn kann für den Datenverkehr beispielsweise Antennenkabel, Telefonkabel (Twisted-Pair), Kabelfernsehkabel oder die 230-Volt-Stromversorgung (ähnlich zu „Powerline“) nutzen und sich per
Ethernet mit Computern und anderen Endgeräten verbinden.
Unterschiedliche Hersteller wie Devolo, Kathrein und Allnet unterstützen G.hn. Die maximal erreichbaren Datenraten liegen je nach Endgerät zwischen 500 und 2.000 Megabit pro Sekunde. Aktuell sind noch keine Medienkonverter für G.hn bekannt, die auch Glasfaser-Anschlüsse direkt unterstützen. Um ein Netzwerk aus Glasfaser- und Koaxialkabeln aufzubauen, benötigen Sie also einen zusätzlichen
Glasfaser-Router.
MoCA-Technologie
Multimedia over Coax Alliance (MoCA) bezeichnet sowohl ein Konsortium, als auch einen gleichnamigen Netzwerkstandard für die Datenübertragung über Koaxialkabel. Der Standard arbeitet mit Adaptern an den Antennenbuchsen und erreicht unter günstigen Bedingungen bis zu 2.000 Megabit pro Sekunde im Download, allerdings nur über kurze Distanzen. Auch hier benötigen Sie einen zusätzlichen Router für den Anschluss an das Glasfasernetz.
Vorteile einer Koaxialkabel-Verbindung
Kombinierte Lösungen aus Glasfaser und Koaxialkabel sind für Bestandsgebäude interessant, in denen Sie aus verschiedenen Gründen keine Glasfasernetze und auch keine Kupfernetze auf Ethernet-Basis einrichten können. Gründe können beispielsweise sein:
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Ihre Gewerbeimmobilie ist nur angemietet und der Vermieter stimmt einer festen Glasfaser-Verkabelung nicht zu.
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Sie suchen eine Übergangslösung, weil aktuell keine Umbaumaßnahmen möglich sind.
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Sie wollen in absehbarer Zeit den Standort wechseln oder neu bauen – eine nachträgliche Glasfaser-Verkabelung ist für die Übergangszeit nicht wirtschaftlich.
In einem Neubau sind Sie in der Regel mit einer durchgängigen Glasfaser-Verkabelung bis an den Schreibtisch besser bedient. Auch an größeren Standorten mit mehr als 20 Mitarbeiter:innen stoßen Kombinationslösungen aus Glasfaser und Koaxialkabel an ihre Grenzen.
Hier führt in der Regel kein Weg an der durchgängigen Verlegung von Glasfaser und/oder Ethernet vorbei. Damit machen Sie Ihren Standort zugleich zukunftsfähig für kommende Bedarfe wie die vermehrte Nutzung von
künstlicher Intelligenz und das
Internet of Things (IoT).
Unser Fazit: Deshalb profitieren Unternehmen von der Kombination aus Glasfaser und Koaxialkabeln
Die Kombination aus Glasfaser und Koaxialkabel ist für Unternehmen besonders attraktiv, wenn eine schnelle Internetanbindung in Bestandsgebäuden oder gemieteten Objekten gefragt ist. In vielen Büro- und Wohnbauten existieren bereits Koaxialkabel für TV und Radio. Sie können diese direkt weiterverwenden, um das Glasfasersignal effizient im Gebäude zu verteilen.
Glasfaser sorgt für hohe Bandbreiten und Zukunftssicherheit, während vorhandene Koaxialkabel die Verteilung im Gebäude übernehmen – ohne aufwändige Bauarbeiten. So können Sie Kosten sparen und die Umsetzung beschleunigen. Mit modernen Standards wie DOCSIS 3.1 sind Übertragungsraten bis zu 1 Gbit/s möglich, was für viele Anwendungen ausreicht. Die Lösung ist flexibel, skalierbar und ideal als Übergang, bis eine vollständige Glasfaserverkabelung realisierbar ist.
Unternehmen mit begrenztem Budget oder temporären Standorten können auf diese Weise kosteneffizient modernisieren. Das macht die Kombination aus einem Glasfaseranschluss und einer vorhandenen Koaxialverkabelung zu einer pragmatischen, leistungsstarken und wirtschaftlichen Lösung für viele kleine und mittelständische Unternehmen.
Quelle:
https://www.vodafone.de/business/blog/glasfaser-und-koaxialkabel-verbinden-20688/